Über Kreativität
„Ich bin nicht kreativ.“
Diesen Satz höre ich häufig in meinen Workshops. Woher kommt dieser Selbstzweifel? Wann haben wir diesen Glaubenssatz verinnerlicht? Bei vielen fing es vermutlich schon in der Schule an, weil man im Kunstunterricht keine guten Noten und keinen Spaß daran hatte. Weil unsere Bilder eben nicht so aussahen wie die Vorlagen oder das Bild, was wir im Kopf hatten und es nicht aufs Papier bringen konnten. So schade, dass es nicht Fächer gab, in denen wir lernten, wie wir Kreativität leben. Doch was bedeutet Kreativität überhaupt?
Wenn man danach online sucht, steht auf duden.de folgendes:
Kre|a|ti|vi|tät
Bedeutungen (2)
schöpferische Kraft, kreatives Vermögen
Gebrauch: bildungssprachlich
2. mit der sprachlichen Kompetenz verbundene Fähigkeit, neue, nie gehörte Sätze zu bilden und zu verstehen
Gebrauch: Sprachwissenschaft
Synonyme zu Kreativität: Einfallsreichtum, Erfindungsgabe, Fantasie, Genie
Schöpferische Kraft klingt im ersten Moment nach etwas arg Großem. Doch ich verstehe darunter viel mehr, dass wir etwas erschaffen, eine Form des Ausdrucks. Und dabei sehe ich Kreativität nicht nur im Zusammenhang mit Kunst oder das Malen eines Bildes, sondern in der Art wie wir etwas, das uns inspiriert, beschäftigt oder wir fühlen, ausdrücken. Kreativ sein kann so viele Formen annehmen. Für manche ist es die Musik in Form von Singen, Tanzen oder ein Instrument spielen, für andere ist es das Schauspielern oder einen Text schreiben. Ich bringe in meinen Kursen gern das Beispiel, dass mein Partner, vielleicht nicht kreativ im Malen ist, aber dafür unglaublich kreativ darin Lösungen zu finden oder 3D-Druck-Modelle zu entwerfen.
Daher vertrete ich die Meinung, dass wirklich alle von uns kreativ sind, wir tragen das kreative Vermögen quasi in uns. Einige haben vielleicht noch nicht ihre Ausdrucksform gefunden oder den richtigen Zugang zu ihren Ideen. Andere können vielleicht durch das Ausprobieren in ihre schöpferische Kraft kommen, in das Erschaffen, ins Machen. Genau das Erlebe ich dann auch von den Teilnehmenden am Ende eines Workshops. Ab dem Moment, ab dem sie die Zweifel hinter sich gelassen und losgelegt haben, ist etwas Kreatives entstanden. Viele sind selbst überrascht über das Ergebnis, weil sie doch fest daran glaubten, dass sie eben nicht kreativ sind. Und dann höre ich, dass es Spaß gemacht hat und sie sich jetzt sehr entspannt und zufrieden fühlen.
Das ist der Effekt, der durch das Kreativsein entsteht. In dem Moment, in dem wir dem Prozess vertrauen, uns einlassen und einfach machen, kommen wir in den Flow. Wir kommen im Hier & Jetzt an, sind zwar im Fokus, aber nicht in der Über- oder Unterforderung. Wir vergessen die Zeit, sind achtsam und spüren sogar unsere eigene Selbstwirksamkeit. Wir sind fähig mit dem, wer wir sind und mit dem, was wir bereits können Etwas zu erschaffen, mit unseren Ideen und unseren Händen. Für mich ist das jedes Mal magisch zu sehen und bestätigt mich in meinem Warum: Andere durch Kreativität die Möglichkeit zu geben Achtsamkeit zu erleben, zu inspirieren und das Gefühl zu vermitteln, wie gut es tut, mal einfach nur im Moment zu sein ohne etwas zu müssen. Mal abschalten vom Alltag, Zeit für sich selbst und die eigene Selbstfürsorge nehmen und eben auch Glaubenssätze zu hinterfragen, etwas Neues ausprobieren und sich am Ende dann vielleicht doch selbst zu sagen „Ich bin kreativ.“
Quelle:https://www.duden.de/rechtschreibung/Kreativitaet
Dieser Text ist NICHT mit KI erstellt – Das Schreiben ist auch einer meiner Ausdrucksformen der Kreativität 😊

